Über uns



Unsere Geschichte

 

1973

 Anfang der 70er Jahre zog Wolfgang Pösselt, ein junger Grafiker aus Heidenheim, nach Basel, um die dortige Kunstgewerbeschule zu besuchen. Während dieser Zeit lernte er die Basler Fasnacht kennen. Durch Freunde und Kollegen gelang es ihm, aktiv daran teilzunehmen. Als dann schließlich die Guggenmusik „Sumpf“ einen Trommler suchte, bewarb sich der gelernte Schlagzeuger und Jazz-Musiker und bekam die Chance. Nun war er ganz vom „Guggenvirus“ befallen.

1978

Nachdem es ihn wieder in die Heimat zog, kam er nicht von der Idee los, dass es auch hier möglich sein muss, Guggenmusik zu machen. Er erzählte Freunden von der Idee und es dauerte nicht lange, da sah man die private Clique an einem lokalen Umzug teilnehmen. Zusätzlich zogen sie am Fasnachtsdienstag von Wirtschaft zu Wirtschaft.

Als erstes Kostüm (Häs) trug man Frack und Zylinder (Edelschwarz) und die Gesichter wurden mit Russ geschwärzt. In Edelschwarz kann man uns auch heute noch außerhalb der Saison sehen, da prinzipiell nur während der Fasnachtssaison das Häs getragen wird.

Aus dieser „Verkleidung“ entstand auch der Gruppenname „Oschtalb Ruassgugga“! Dieser Name orientiert sich zudem am „ruassigen Freitag“, den Tag nach dem „schmotziga Donnerstag“ vor der Fasnacht. Die Mitglieder kamen, wie der Name es bereits sagt, von der gesamten Ostalb. Dies war die Entstehung der „Oschtalb Ruassguga“.

 

In den folgenden Jahren stabilisierte sich die langsam immer größer werdende Gruppe. Viele Interessentinnen und Interessenten stellten sich die Produktion schräger Töne allzu leicht vor. Die Auswahl und Gestaltung von Musikinstrumenten spielte eine wichtige Rolle. Dass sieben Meter Gartenschlauch mit einem Mundstück und einem Schalltrichter wie ein Helikon gespielt werden kann, musste erst herausgefunden werden. Bass, Bongo, Tuba, Tenorhorn, Trommeln, Trompeten und Posaunen ergänzten die echten „Guggen“, als die verschiedenen Phantasieinstrumente, Ofenrohr-Sousaphon und abgesägte Posaunen.

1982

Der Erfolg der musikalischen Bemühungen ist auf einer Langspielplatte, einem Mitschnitt von 1982, verewigt. Die LP mit dem Titel „Fünf Jahre Blechpower werri leif“ ist natürlich schon längst vergriffen.

Drei Jahre nach dem ersten Auftritt entwarf Wolfgang Pösselt erstmals ein Häs. Die Mitglieder der Gruppe traten als „Blätzle-Bajasse“, einer Basler Traditions-Figur, auf. Die Blätzle bestanden aus verschiedenen schwarz-weiss gemusterten Stoffen. In diesem Aufzug nahmen wir an dem Ersten Internationalen Guggenmusiktreffen in Feldkirch (Vorarlberg) teil. Hunderte von Vorarlbergern-Narren erklärten mit ihrem lautstarken Beifall uns (als die am nördlichsten angesiedelten Guggenmusik) zum Sieger des Guggenmusiktreffens. Dieser Erfolg ließ den Wunsch entstehen, eine solche Zusammenkunft verschiedener Guggenmusiken auch einmal zuhause vorzusehen. Mit der Basler Guggenmusik „Sumpf“ bestand ja sowieso ein enger Kontakt. In Aalen wurden entsprechende Vorschläge nicht angenommen, aber die Nachbarstadt Schwäbisch Gmünd griff den Gedanken auf und veranstaltete erstmalig zusammen mit den „Oschtalb Ruassgugga“ und der „AG Gmendr Fasnet“

 

 

1984

1984 ein Treffen von 12 Gruppen aus den In- und Ausland. – Das Internationale Guggenmusiktreffen in Schwäbisch Gmünd war geboren.

Der Erfolg des Treffens und die starke Resonanz der „Oschtalb Ruassgugga“ sorgten dafür, dass sich auch in Schwäbisch Gmünd selbst eine Guggenmusik gründete – die „Gmendr Gassafatza“.

 

Das Guggenmusiktreffen findet seither jährlich statt. Am Anfang noch mit 12 Gruppen, muss mittlerweile die Teilnehmerzahl auf 20 Gruppen beschränkt werden. Schwäbisch Gmünd wurde zum „Mekka der Guggenmusik“ und erhält noch immer regen Zuspruch. Dadurch ergibt sich ein rotierendes System, bei dem immer wieder die gerngesehenen alten Gäste wiederkommen, aber auch neue Gruppen sich präsentieren können. Nur wir „Oschtalb Ruassgugga“ haben uns, neben den Gruppen aus Schwäbisch Gmünd, durch unseren Gründungseinfluss auf der Ostalb das Recht erspielt, jährlich daran teilzunehmen.

 

1985-1989

 Mit dem Erfolg solcher Treffen wurden wir immer bekannter, und auch die Ansprüche immer größer. Nach dem alten „Blätzle-Bajass“ sind inzwischen schon drei neue Häs geschaffen worden: 1985 ein Clown und 1987 eine Hexe, jeweils mit Gesichtsmaske (Larve). 1989 entstand ein neues Blätzle-Häs aus schwarzen Flecken, getragen ohne Larve, lediglich mit gold-geschminkten Gesichtern und schwarzem Spitzhut. In den folgenden Jahren mit wechselndem Hut und Kragen aber immer mit schwarzen Holzschuhen.


 

1990

 Dieses Häs ist inzwischen mindestens so bekannt wie die Guggenmusiker selbst und ist zu unserem Erkennungszeichen geworden. Etwa jedes zweite Jahr verändert man lediglich das, was aus dem Häs herausguckt – also Hut, Kragen und die Leitfarbe. So sind in den Jahren bis 2000 Kopfbedeckungen in den Farben lila, türkis, blau und orange entstanden. Im Jahre 1996 trugen wir eine schwarze Rabenhalbmaske. Jeder Musiker schminkt sich in der entsprechenden Grundfarbe – ganz individuell. So entsteht ein harmonischer Gesamteindruck der Gruppe, der sich erst bei genauerem Hinsehen in einzelne Gesichter auflöst. 


 

1992

 Nachdem unser Gründer, Wolfgang Pösselt, die Oschtalb Ruassgugga verlassen hatte um in den wohlverdienten Guggenmusikruhestand zu gehen, wurde am 8. Mai 1992 der eingetragene Verein "Oschtalb Ruassgugga 1978 e.V." in Aalen gegründet. 9 Jahre führte Rose Strobel als 1. Vorsitzende erfolgreich den Verein. Unter ihrer Leitung nahm die Mitgliederzahl stark zu und der Bekanntheitsgrad der Oschtalb Ruassgugga stieg stetig an. Rose Strobel führte die Oschtalb Ruassgugga auch in ihr 22 jähriges Jubiläum.

2000

Im Jubiläumsjahr 2000 hielt man an den Anfängen fest und legte sich einen „Blätzle-Bajass“ zu, der in gold und schwarz gehalten war. Dieser wurde wieder für zwei weitere Jahre getragen.

 

Bekannt sind wir national und international. Wir haben uns schon in der Schweiz gezeigt, waren bei internationalen Guggentreffen in Prag und Amsterdam mit dabei. Auch in Frankreich waren wir zu sehen und zu hören. Dies sind nur einige wenige Beispiele unserer zahllosen Höhepunkte und selbst das Fernsehen wurde von uns nicht verschont.

 

2001

2001 wurde mit Matthias Ihden ein neuer 1. Vorsitzender gewählt. Auch unter seiner Leitung ist der Verein in allen Bereichen weiter stark gewachsen.

 

Für die musikalische Ausrichtung und Entwicklung waren die musikalischen Leiter der Oschtalb Ruassgugga zuständig. Es waren Günther Lübeck, Michael Strobel, Florian Geiger und Pirmin Heusel die den Stern der Oschtalb Ruassgugga musikalisch hell erstrahlen lassen. Mit allen Dirigenten blieben wir unserem Stil treu, der sich am Basler Stil orientiert.

 

2002

In diesem Jahr geschah ein Umbruch bei den Häs der Ruassgugga:

 Erstmals nahm man Kontakt zu einem Larvenbauer in Basel auf, der den Auftrag hatte eine Larve für einen Clown zu entwickeln. Der überragende Zuspruch des Publikums zu diesem Häs stellte die Weichen für die Zukunft. Seither treten wir stets im Häs mit Larve auf. Ein Alleinstellungsmerkmal in der Guggenregion Ostalb worauf wir ohne Zweifel Stolz sind. 

Unsere Häs in den 2000er Jahren:  

2002 - 2004 Clown
2002 - 2004 Clown
2007 - 2008 New Orleans
2007 - 2008 New Orleans
2005 - 2006 D'r Bruddler ond Sui
2005 - 2006 D'r Bruddler ond Sui
2009 - 2010 Bergmann
2009 - 2010 Bergmann


2011

Unser Jubiläumsjahr:

33 Jahre Oschtalb Ruassgugga !

Wie bereits zum 22-jährigen Jubiläum wollten wir auch in diesem Jahr wieder ein, dem Anlass entsprechendes Häs präsentieren.

Die Wahl fiel wieder auf ein Thema mit engem Bezug zur Basler Fasnacht: Ein  Harlekin, angeführt von einer „Alti Dante“ (alte Tante). Beides Figuren die tief in der Basler Fasnacht verwurzelt und dort überall zu sehen sind.

 

Ausserdem musste das Jubiläum natürlich wieder ordentlich gefeiert werden. Wie schon 11 Jahre zuvor, belegten wir wieder die große Greuthalle und feierten eine rauschende Party mit vielen ehemaligen Mitgliedern, befreundeten Guggen und Fans aus Nah und fern. 

Die Nachfolge vom Harlekin wurde für 2013 und 2014 von der Schweizer Garde angetreten:


 

2015

Eine 37-jährige Ära geht zu Ende: Unser Guggenkäller, in dem seit den Anfängen im Jahr 1978 geprobt wurde, wurde leider abgerissen. In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Aalen begaben wir uns auf die Suche nach neuen passenden Räumlichkeiten. Diese fanden wir schließlich im Musiksaal der ehemaligen Bohlschule, direkt gegenüber unserer alten Heimat.
Die Tatsache dass wir nun im 3. Stock proben, ändert allerdings nichts am Namen unserer Heimat: Es ist und bleibt "der Käller" !

Die zweite große Veränderung dieses Jahres fand im Vorstand statt:

Matthias Ihden trat nach 14 erfolgreichen Jahren an der Vereinsspitze nicht mehr zur Wahl an. Mit ihm zog sich auch Verena Deininger als 3. Vorsitzende aus dem Vorstand zurück. Neuer 1. Vorsitzender wurde Jochen Gerber und als neuer 3. Vorsitzender wurde Fabian Pfistner gewählt.

In diesem Jahr haben die Oschtalb Ruassgugga auch ihr Blechpower durch eine Straßenfastnacht in der Helferstraße abgelöst. Ziel dieser Veranstaltung ist es die Fasnacht wieder in Aalens Gassen zu etablieren. Das Potential dafür ist auf alle Fälle vorhanden.
Als Häs wurde erstmals eine definierte Person getragen: Albert Einstein